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Thema: Vertreung für Honorarlehrer an Musikschulen Bitte um Weiterleitung

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02.02.2010, 19:43 Uhr von ulfradlof Registrierter Nutzer
Bitte geht auf diesen Blog und gebt mir ein Feedback, wenn Ihr wollt, Gruß, Ulf.

http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blo

985254

02.02.2010, 20:45 Uhr von WernerK Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Zitat:
"Die Honorare liegen bei 12,50 bis 20 Euro (5) für die tatsächlich erteilte Unterrichtsstunde von 45 Minuten"

Dieses Honorar ist ja wohl eine Frechheit.

985269

 
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02.02.2010, 21:30 Uhr von geniesser Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Die meisten der Auflagen sind eher eine Unverschämtheit als ein Angebot. So etwas kann ich mir höchstens für einen begabten Musikstudenten vorstellen um sich das Studium zu finanzieren.

gruß

985284

03.02.2010, 14:16 Uhr von Mareike Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Der Vertäge sind ja wohl wirklich unter aller Sau. Keine Bezahlung in den Ferien?! usw. Ich würde das nicht mir mir machen lassen.

985649

03.02.2010, 14:28 Uhr von Tiziano Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Was regt Ihr Euch so auf? In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit. Und zum Abschluss gehören immer zwei. Glaubt mir, es gibt genügend arme Schweine, die das unterschreiben.

985654

03.02.2010, 15:43 Uhr von WernerK Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Dann kann man sich aber auch vorstellen, wie es um die Qualität des Unterrichts bestellt ist.

985679

03.02.2010, 16:01 Uhr von Tiziano Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Das ist dann die Kehrseite der Medaille. Aber auch hier gilt: Wer Qualität haben will, darf nicht der Geiz-ist-Geil-Mentalität verfallen. In diesem Forum gibt es umgedreht viele Frager, die nach preiswertem Unterricht suchen. Die sollten sich mal fragen, welcher Meister Einzelunterricht für 20 EUR erteilt. Solche Lehrer rekrutieren sich meistens hieraus:

http://www.geigen-forum.de/thema.php?id=85675

985686

03.02.2010, 16:05 Uhr von Vanessa Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Für Anfänger reichts!

985688

03.02.2010, 16:35 Uhr von WernerK Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Das ist ein Trugschluss. Am Anfang ist guter Unterricht von kompetenten und engagierten Lehrern genauso wichtig. Viele Probleme, die man später nur schwer in den Griff bekommt, haben ihren Ursprung im Anfangsunterricht.

985704

03.02.2010, 16:42 Uhr von Vanessa Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Blanke Theorie!

Die Massen nehmen billigen Unterricht.

985708

03.02.2010, 17:04 Uhr von WernerK Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Blanker Unsinn und blanke Erfahrung.

985725

03.02.2010, 17:40 Uhr von geniesser Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Und die Massen können nicht Geige spielen, wenn ich das mal so sagen darf.

Aber die meisten, die ich kenne produzieren zwar Töne, aber keine Musik.

Gruß

985737

03.02.2010, 18:01 Uhr von diotima Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Besonders schlimm sind hier die Pauschalisierungen! Meine Lehrerin hat Musik auf Lehramt studiert.
Ich gehe seit 2 1/2 Jahren zu ihr (Privatunterricht) und bin sehr zufrieden. Sie nimmt für die volle Std. (60Min.) 15,-- Euro. Ferien werden nicht gezahlt.
Ich wehre mich entschieden gegen die diffamierende Aussage, dass ein preisgünstiger Unterricht durchweg von minderer Qualität sei!
MfG.
Diotima.

985744

03.02.2010, 18:26 Uhr von WernerK Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Leute, die so fertig und abgewrackt sind, dass sie einen Vertrag wie den oben verlinkten unterschreiben, können keinen guten Unterricht erteilen.
Dass preisgünstiger Unterricht automatisch schlecht ist, behauptet hier keiner. Aber jemand, der es nötig hat, solche Knebelverträge zu unterzeichnen, hat offenbar keine Möglichkeit, anders sein Geld zu verdienen. Und darum geht es hier. Nicht darum, pauschal preiswerten Unterricht niederzumachen. Erst lesen, dann pöbeln.

985752

03.02.2010, 20:33 Uhr von AtomicViolinPlayer Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
wie auch immer:
wer nur 15€ für eine ganze std. verlangt mag für für den schüler natürlich sehr sozial sein, für den markt sind solche leute natürlich absolut schädigend, da solche dumping-preise eben alles ruinieren. vielleicht arbeitet die lehrerin um diesen preis weil sie nicht davon leben muß. wer sein leben aber von unterricht bestreiten muß KANN NICHT für diese preise unterrichten. da wäre es sinnvoller hartz4 zu beziehen.
leider gibt es immer mehr kollegen die (um schüler zu bekommen) für fast nichts unterrichten und dadurch auf dauer der berufsgruppe der musiklehrer EXTREM SCHÄDIGEN. zumindest für schulen (egal ob privat oder öffentlich sollten mindestlöhne vorraussetzung sein)....


985805

03.02.2010, 21:52 Uhr von WernerK Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Ein wahres Wort.

985825

04.02.2010, 08:29 Uhr von Vanessa Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Hallo diotima,

Du darfst Dein Beispiel aber auch nicht pauschalisieren! Wenn ein Pensionär aus Spaß an der Freude ein bisschen Privatunterricht nimmt für, wenn ich das mal so sagen darf, einen Apfel und ein Ei, weil er nichts weiter damit vorhat, als im Alter für's eigene Wohlbefinden ein bisschen zu musizieren, dann hat das mit dem hart umkämpften Bildungsamrkt und dem noch härteren Künstlergeschäft nichts zu tun.

Du stehst unter keinem Leistungsstress, musst nicht innerhalb einer bestimmten Zeit ein bestimmtes Niveau erreichen, musst Dich nicht auf Prüfungen und das nächste Vorspiel vorbereiten, sondern kannst locker aufspielen.

Ein jugendlicher Schüler, der Großes vorhat, wird aber so nicht ans Ziel kommen. Und schon gar nicht an Schulen mit den eingangs beschriebenen Honorarkräften.

NUR sind DIE leider Alltag im privaten Bildungsmarkt. Und wer das nicht wahrhaben will, verschließt seine Augen vor der harten Realität.

Deine Vanessa.

985868

04.02.2010, 14:22 Uhr von primrosefan Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
"Leute, die so fertig und abgewrackt sind, dass sie einen Vertrag wie den oben verlinkten unterschreiben, können keinen guten Unterricht erteilen."

was für eine feststellung!! ich habe unterricht an einer schule des vdm, an einer berliner musikschule. die vdm musikschulen decken den großteil des musikunterrichts in berlin ab. die tendenz ist steigend: neue lehrer erhalten nur noch honorarverträge. festanstellungen sind auslaufend. wie im oben genannten link klar dargestellt. honorarkräfte kosten nur noch 30-60% im vergleich zu den festverträgen und der um die 20euro stundenlohn trifft in etwa auf das hiesige honorar zu.
was die qualität betrifft, sind die honorarlehrer, die ich kennengelernt habe, bemüht, den schüler für seine auch professionellen absichten zu unterstützen, selbst meine lehrerin hat einige schüler erfolgreich für die hanns eisler vorbereitet.- nur mal so nebenher erwähnt, was die qualität betrifft.
viele sind froh, überhaupt einen solchen vertrag zu haben, lieber solch einen als gar keinen oder hartz 4.

985946

04.02.2010, 15:04 Uhr von Violinista Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Ich stimme Dir vollkommen zu, primrosefan!

Hier handelt es sich um ein gesellschaftspolitisches Problem. Die Lehrer, die sich zu vermeintlichen Dumping-Honoraren verdingen, sind oft motivierter und qualifizierter, als sie in diesem Thread dargestellt werden. Sie würden sicher zu besseren Konditionen arbeiten wollen, nur sind die Chancen dazu arg begrenzt.

Nicht die Lehrer sind es, die den Markt ruinieren, sondern unsere falsche Subventionspolitik! Statt Geld in Bildung und in Forschung zu investieren, wodurch auch höhere Honorare gezahlt werden könnten, verschwinden Milliarden in Pleitebanken oder in Afghanistan.


985960

04.02.2010, 16:46 Uhr von AtomicViolinPlayer Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Genau. Die Bankenkrise wirkt sich immer deutlicher auf die gesamte Kulturpolitik sowie den kommunalen Subventionen aus.
Die Frage ist nur: wie weit lassen sich Musiker und Lehrer noch drücken? In Ballungsregionen muß ich mit einer hohen Miete rechnen und gerade dort ist die Bezahlung oft noch geringer als in ländlichen Regionen, die IHRE KULTUR noch mehr schätzen und oft sogar noch BAT Bezahlung haben. Das hat sicherlich nichts mit Qualifikation zu tun. Dazu kommt noch ein großer Teil der Musiker/Lehrer seit Jahren aus dem Ostblock und drückt die Honorare. Wer heutzutage denkt es sei ein Zuckerschlecken ein Instrument auf Orchestermusiker oder Instrumentallehrer zu studieren den kann ich nur belächeln. Die Berufsaussichten in diesen Sparten gehen gegen NULL. Gleichzeitig ist das Niveau aber besonders hoch. Ich kenne Leute die z.B. von Juilliard School NYC kommen und froh sind einen Job als Honorarkraft für ein paar Stunden zu bekommen bei einer schlecht bezahlten Schule. Aber je mehr sich überqualifiziertes Personal für Dumpingpreise hergibt desto schlechter wird sich der Markt entwickeln. WIR MUSIKER UND LEHRER TRAGEN DA AUCH EINE MITVERANTWORTUNG. JEDER DER FÜR DUMPINGPREISE UNTERRICHTET TRÄGT AUCH EINE TEILSCHULD FÜR DIE ZUKUNFT.

985975

04.02.2010, 17:15 Uhr von Vanessa Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Ja, so ist das. Aber Atomic...., was Du vorschlägst, ist leider nicht umsetzbar. Ansonsten müsste es eine Revolution geben. Dein Kollege Sammelklage hat doch von den immer weniger werdenden Berufsmusikerstellen berichtet.

Aber da gibt es noch einen anderen Grund, als die Banken und falsch eingesetzten Subventionen: Das ist der Musikmarkt selbst. Ihr wettert immer gegen mich, weil ich die Haydn-Sinfonien als Chin-Chapman-Produktionen des 18. Jhds. bezeichne. Aber leider ist das so. Damals wurden sie von Esterhazy subventioniert und heute? Geht man heute in ein Konzert, in dem eine Haydn-Sinfonie zu hören ist, dann sind die Eintrittsgelder mit erheblichen Steuermitteln subventioniert. Und warum? Weil die Masse nunmal kein Haydn mehr hören will. Aber auch kein Mozart, Schubert, Tschaikowski, Grieg, Sibelius usw.

Womit in der Musikbranche heutzutage Geld verdient wird, muss ich ja Euch nicht erzählen.

Als klassischer Geiger ist man ein Märtyrer, der noch an die alte Kunst glaubt und deswegen von vielen belächelt wird. Es ist so gut wie aussichtlos, wenn man sich nicht gerade wie Nigel Kennedy oder manch anderer produzieren kann.

Klassische Musik ist out und heute nur noch live hörbar, weil sie von staatlich subventionierten Orchestern vorgetragen wird.

985980

04.02.2010, 18:33 Uhr von AtomicViolinPlayer Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
liebe vanessa

ich stimme dir zu 50% zu. allerding führt dein beitrag nun am thema etwas vorbei, aber gut:

klar kultur ist immer ein subventionsbetrieb. und selbst wenn "klassik" nicht "out" wäre (was heißt das schon?) so würden sich auch ständig ausverkaufte opernhäuser NIE finanziell lohnen. das weißt du.
auch die popmusik leidet momentan an gewaltigen einbußen, da ihr medium die schallplatte oder cd war. jetzt wird alles nur noch per klick UMSONST downgeloadet. verkauft sich lady gaga schlecht. so muß auch der klassik-künstler des gleichen labels darunter leiden. mir sind die ganzen mechanismen gut bekannt.

nach dem tod von michael jackson wurde auch wieder erschreckend sichtbar welche macht eine industrie auf verkaufszahlen hat.

medienmonopole etc

EINE SUBVENTION VON KULTUR IST UNBEDINGT NOTWENDIG, ANSONSTEN VERFLACHEN WIR ALLE IM DENKEN.

allerdings sind auch zu viele klassik-anhänger ZU KNÖCHERN, TRADITIONSBEWUST, VERSTAUBT UND IGNORANT.
INNOVATIONEN (die es durchaus in der Neuen Musik gibt) werden nicht erkannt und gefördert.
Nigel Kennedy und David Garrett sind KEIN AUSWEG und helfen und da nicht weiter ;-)


986000

04.02.2010, 21:08 Uhr von ulfradlof Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Liebe Freunde, hallo Vanessa. wernerK, diotima, Mareike, AtomicViolinplayer, primrosefan, geniesser, Tiziano, Violinista, ........ Ich danke Euch für die tolle Beteiligung.
Die von mir dargestellte Situation in meinem Blog ist Realität. Sehr gut ausgebildete Musiker machen einen guten und sehr motivierten Job. Ich habe Kollegen, die arbeiten für so wenig Geld. Müssen für eine Monteursstunde in ihrer Autowerkstatt sechs Stunden unterrichten. Wir haben keine Bonität, keine Rentenansprüche von Relevanz, werdende Mütter machen trotz einsetzender Wehen noch den Unterricht zu Ende, um die Stunde noch bezahlt zu bekommen. Die Motivation ist hoch in diesem Job, aber auch die bestehende Ungerechtigkeit. desshalb mache ich das Ganze. Lest Euch auch die anderen Blogs auf dieser seite von mir durch, wenn ihr die Zeit habt. Da findet Ihr viele Hinweise auf die hier diskutierten Fragen. Noch einmal vielen Dank.
Ulf.

986034

06.02.2010, 12:47 Uhr von primrosefan Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
ich hatte ein interessantes gespräch mit meiner lehrerin. sie, auch v i e l e ihrer kollegen wären mit dabei, alles daran zu setzen, ihre situation zu ändern.
meine lehrerin hat eine der "besseren" honorarstellen. ader das "besser" muss da relativ gesehen werden: sie pendelt nur zwischen zwei musikschulstandorten, das ist noch gut und hat an die 30 schüler. am ende hat sie abzüglich aller fixkosten ungefähr soviel wie ein hartz4 empfänger. warum tut sie sich das ganze an? sie liebt ihren job, wie die vielen anderen honorarlehrer, ist sehr engagiert und wir schüler haben spass an der musik, an ihrem unterricht.
aber viele ihrer kollegen verbringen viel zeit mit pendeln, teilweise steuern sie 3 oder mehr schulen in berlin an, teilweise geht es auch ins land brandenburg und wären ohne ihre lebensgefährten gar nicht in der lage ihren lebensunterhalt zu finanzieren.
meine lehrerin hätte gern ein kind (gehabt), mittlerweile ist sie "zu alt" - wie sie sagt - und hat sich immer dagegen entschieden. sie kann kein kind ernähren, sie ist froh, wenn es reicht und sie in wirklich kleinem format an ihre rente denken kann. was bei raus kommt, wenn es in 20 jahren so weit ist, will sie nicht wissen.
viele ihrer kollegen, auch sie haben angst davor, offensiv für ein besseres-gestellt-sein anzugehen. die konkurrenz ist groß, fristlose kündigungen drohen und da gibt es die aus dem osten, die selbst für einen hungerlohn und klappe halten den job machen wollen.
sie sind froh, überhaupt den job zu haben und in den beruf arbeiten zu können, der für sie ein traum und zu gleich ein trauma ist.
klar, eine solide, sichere basis muss her, um den vielen honorarkräften die möglichkeit zu geben sich für eine besserstellung einsetzen zu können. aber das ist bestimmt noch ein langer weg.

gruß primrosefan

986530

06.02.2010, 13:27 Uhr von WernerK Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Warum unterrichten diese hochmotivierten und mit einem Hungerlohn abgespeisten Honorarkräfte denn nicht privat und auf eigene Rechnung? Dann können sie ihrem Traumjob nachgehen, berechnen die Preise, die sie für richtig halten und sind nicht abhängig von irgendwelchen Sklaventreibern.
Wenn sie so engagiert und hochqualifiziert sind - was hindert sie daran?

986535

06.02.2010, 14:05 Uhr von primrosefan Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
hast du eine ahnung wie hart umkämpft der markt ist? was für eine annahme! als privatlehrer ist es noch härter zu bestehen. die konkurrenz ist riesig, gerade hier in berlin.
da ist jeder froh, eine stelle an einer der hiesigen vdm - musikschule zu haben, auch wenn nur leider als honorarkraft. an privaten musikschulen sieht die lage der honorarlehrer noch schlechter aus.

986550

06.02.2010, 15:01 Uhr von AtomicViolinPlayer Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
"Warum unterrichten diese hochmotivierten und mit einem Hungerlohn abgespeisten Honorarkräfte denn nicht privat und auf eigene Rechnung?"

weil es zuviel Menschen gibt, die eben alles so billig wie möglich haben wollen. Das siehst du ja ständig an den Beiträgen hier im Forum:

Unterricht kann ich mir nicht leisten

wo gibts kostenlose Noten

Leihkosten für ein Instrument sind mir zu hoch- kauf mir liebe ne China Geige (der Geigenbauer um die Ecke kann sich ja eventuell herrichten wenn etwas nicht stimmt)

usw.
JA WIR MACHEN UNSEREN MARKT SELBST KAPUT

986559

06.02.2010, 18:32 Uhr von WernerK Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
primrosefan, ich habe durchaus eine Ahnung, wie umkämpft der Markt in einer Großstadt ist. Ich weiß aber auch, dass man sehr gut davon leben kann, wenn man privat unterrichtet.
Wenn man gut ist.
Wenn man engagiert ist.
Wenn man bereit ist, sich um neue Schüler selbst zu kümmern.
Und um diese Leute geht es doch in dieser Diskussion. Nicht um diejenigen, die keine Ahnung haben, keine Lust haben und außerdem keinen Bock haben, sich selbst darum zu kümmern, dass sie neue Schüler an Land ziehen.

986656

06.02.2010, 21:15 Uhr von AtomicViolinPlayer Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
"Wenn man gut ist.
Wenn man engagiert ist.
Wenn man bereit ist, sich um neue Schüler selbst zu kümmern. "

Das sind Eigenschaften, die du auch in einer Schule mitbringen mußt. Von wegen NULL BOCK!


986693

06.02.2010, 21:40 Uhr von TobiasAurich Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Gerüchtehalber sollen sich junge hübsche Musiklehrerinnen mit Fachrichtung Blasinstrument aber eine steigenden Nachfrage bei männlichen Schülern erfreuen.

986702

06.02.2010, 23:21 Uhr von WernerK Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Wenn ich gut und engagiert bin, kann ich auch allein und ohne die "Unterstützung" respektive Ausbeutung einer zweifelhaften Schule arbeiten. An einer Schule muss ich mich aber nicht darum kümmern, dass neue Schüler an Land gezogen werden. Wenn ich das für den Preis AUCH noch müsste, könnte ich problemlos freiberuflich arbeiten.

986716

07.02.2010, 00:43 Uhr von AtomicViolinPlayer Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Probleme bei Privatschülern:

1. Angenommen du hast genügend Schüler, so mußt du auch geeignete Unterrichtsräume haben. Die Nachbarn finden das bestimmt nicht toll jeden Tage 8 Std Geigenschüler anhören zu müssen. Also mußt du extra Räume anmieten. Das kann teuer werden.

2. Wenn du nur von Privatschülern leben mußt, brauchst du mindestens eine Absicherung auf ein Jahr. Wenn du ständig Privatschüler findest die sich vertraglich auf ein Jahr verpflichten (und eine adäquate Zahlungsmoral zeigen), kann ich dir nur gratulieren.

3. Wieviel verlangst du denn für die Std?

986729

07.02.2010, 02:10 Uhr von Kalinin Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Alle regen sich auf das alle nur Günstig (billig) kaufen... Ich werd dazu nen thread aufmachen. Und bitte nur antworten wer wirklich ahnung hat.

986752

07.02.2010, 10:32 Uhr von WernerK Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
1. Nein. Es gibt genügend allgemeinbildende Schulen, die ihre Räume zur Verfügung stellen und froh sind, wenn sie mit Lehrern zusammenarbeiten können.
2. Du brauchst keine Absicherung auf ein Jahr. Kein Freiberufler hat so etwas. Willkommen im Leben. Eine gewisse Fluktuation ist immer da, und ein Großteil der Lehrer hat nicht einmal Verträge. Durchbezahlt allerdings ist der Unterricht schon.
3. Unter durchbezahlt 150 Euro monatlich bleibt das Instrument im Kasten.

986784

07.02.2010, 10:49 Uhr von AtomicViolinPlayer Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Vielleicht Interessant hier ein paar Errungenschaften, die massenweise Musiker in die Arbeitslosigkeit getrieben hat:

-Grammophon/ Schallplatte:
Cafehausmusiker (die es Anfang letztes Jh. massenweise gab) wuden arbeitslos

-Tonfilm:
Musiker (Ensembles und Klavierspieler) in Kinos wurden arbeitslos

-Sampler/Musikcomputer:
viele Studiomusiker wurden durch "Samples" ersetzt

-Homecomputer/Internet/Globalisierung:
schneller Zugriff auf Billiglohnländer ermöglicht Produkte und Arbeitsvorgänge die in Deitschland zu gleichen preisen nicht denkbar sind. Billigkomponisten für Film und Fernsehen, Notenkopisten sowie auch Orchester aus Billiglohnländern werden für Produktionen engagiert. Ich kenne einige Produzenten, die nach Polen, Russland etc fliegen und dort für sehr wenig Geld ein Orchester einspielen lassen.
UND Leute hier, die ständig für China Produkte werben sollten sich zumindest im klaren sein, daß sie damit auch der Existenz vieler Geigenbauer in Deutschland schaden.

Ich weiß, daß es vielen anderen Berufssparten ähnlich ergeht. Aber vielleicht haben diese wenigstens noch eine Gewerkschaft etc hinter sich stehen. Musiker und Musiklehrer waren meist immer nur Honorarkräfte ohne Absicherung, die man dann in schwereren Zeiten leicht drücken kann.




986787

07.02.2010, 10:58 Uhr von AtomicViolinPlayer Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
zu WernerK:

1. Seit G8 und Nachmittagsbetreuung sind die Räume der meisten allgemeinbildenden Schulen auch Nachmittags besetzt. Sogar Musikschulen haben mittlerweile Probleme in diese Räume zu kommen.

2. Ich könnte nicht auf einen Monat zum nächsten Leben. Deswegen dann doch lieber eine Schule die einem zumindest das Jahr garantiert.

3. 150 € im Monat durchbezahlt entspricht bei 38 Wochen (ohne Ferien) 47,36€ für die Einzelstunde.
Du hast wirklich Glück, wenn du für diesen Preis Schüler halten kannst. Das ist wirklich keine Norm. Als Neuling in einer Großstadt hättest du mit diesen Preisvorstellungen absolut keine Chance.

986790

07.02.2010, 11:51 Uhr von WernerK Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
1. Ich arbeite mit drei Schulen zusammen, die diese Probleme keineswegs haben. Und ich konnte mir die Schulen buchstäblich aussuchen.
2. Wenn Du, sagen wir, zwanzig Schüler hast, denkst Du nicht von Monat zu Monat. Es werden niemals zwanzig Schüler auf einmal abspringen. Vielleicht zwei, wenn Du Pech hast. Dafür kommen dann auch wieder welche dazu. Ich würde niemals wieder auf angestellter Basis arbeiten.
3. Als Neuling vielleicht schwierig, da gebe ich Dir Recht. Wenn Du aber einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hast und Deine Schüler einigermaßen Erfolg haben, ist die Hütte voll.

986802

07.02.2010, 13:02 Uhr von ulfradlof Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Ich kann von meiner History als Gitarrenlehrer Folgendes berichten. Als Musiker war ich sehr gut unterwegs, dann wurde ich zweimal Vater und hatte keinen Bock jeden morgen in einem anderen Hotel aufzuwachen. Das Angebot einer norddeutschen VDM-Musikschule habe ich abgenommen 28 DM (Höchstsatz!1994, Vergl. 2007: 15.50 Euro)) pro erteilter Unterrichtsstunde. Das Deputat wurde von der Verwaltung auf 14 Unterrichtseinheiten begrenzt, um nicht den Anschein einer abhängigen Beschäftigung entstehen zu lassen.( darum müssen die Kollegen pendeln). Nach 14 Jahren Arbeit für die Musikschule kam es, auf Grund der bestehenden Ungerechtigkeiten zwischen Hauptamtlichen und "Nebenamtlichen", zum Streit. Ich habe meinen Hut genommen. Mir wurde klar, dass ich nur ausgenutzt werde und keinerlei Rechte habe. Mit mir (und einigen anderen Lehrkräften) verließen auch dutzende Schüler die Musikschule. Der Politik und der Verwaltung war die Dimension überhaupt nicht klar, bzw, wurden ignoriert. Eine, mir zugesagte, Beurteilung habe ich von der Leiterin nie erhalten. Meinen Schülern wurden die Zertifikate auch vorenthalten.
Wenn pro Jahr 400 Mio Euro (Quelle bpdm.de) an die VDM Musikschulen ausgeschüttet werden, um preiswerten Massenunterricht anzubieten, dann kommt bei den Honorarkräften nichts davon an. Die Leute, die vorm Schüler sitzen und die kulturelle Wertschöpfung maßgeblich vollziehen, leben häufig in Armut, haben keine Bonität, können kaum eine Familie gründen. Und so soll es offenbar auch bleiben. Wenn es nach dem Vorsitzenden des VDM, Dr. Winfried Richter geht: "..Ausgewogenheit von Hauptamt und Nebenamt..." (Quelle: http://www.musikschulen.de/aktuelles/news/index.h ) Die Verhältnisse sollen also eher noch zu Gunsten der fest Angestellten verschoben werden. Ich habe es in einem anderen, satierischen, Blog so skizziert:" In 30 Jahren sitzen zehn ehemalige MusikschullehrerInnen auf der Bank und füttern Tauben. Zwei gehen zum Abend in ihr Häuschen und genießen den Lebensabend. Die Anderen streiten sich um die Bank." Alle haben sie aber den gleichen Job gemacht. Gruß Ulf.

986823

07.02.2010, 20:20 Uhr von geigenbau Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Alternativ gut funktioniert in meinem Bekanntenkreis schon seit mehreren Jahren ein Zusammenschluß von 6 Musiklehrern, die Selbstverwaltend eine Musikschule gegründet haben. Dazu wurden Räume angemietet. Ein Teil wird dort, wie auch zuhause unterrichtet. Finanziell läuft es besser als an den normalen Musikschulen, da kein aufgeblähter Verwaltungsapparat mitgetragen werden muss.
Da jeder Mitverantwortung trägt (es gibt regelmäßige Treffen), wirkt sich das auch positiv auf die Motivation aus....

986982

08.02.2010, 09:37 Uhr von ulfradlof Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Hallo Geigenbau. So eine (freie) Arbeitsgemeinschaft haben wir auch gegründet. Fünf Kollegen, zwei Räume, etwa 50 Schüler. Das klappt super. Man muss nur aufpassen wegen der Ust-Befreiung und der KSK. Z.B. Wenn der Vermieter der Räume, Einnahman erzielt, ist das KSK-Abgabepflichtig! Es gibt da noch einige Klippen mehr. Die eigentliche Frage aber, warum auf der einen Seite etliche Millionen in die Förderung von Unterricht fließen. Auf der anderen Seiter dieser Unterricht, 1. innerhalb der öffentlichen Musikschulen bereits fast völlig privatisiert ist, und! 2. In Eigenregie von Lehrern ,selbst organisiert und durchgeführt wird. Diese Frage konnte mir noch Niemand sinnvoll beantworten. Denn dass die Gießkannensubventionen für die öffentlichen Musikschulen das private Angebot zielgerichtet erschweren, liegt doch auf der Hand. Warum sonst bemüht der VDM so exessiv die Mär von der alleinigen Qaulitätssicherung? Obwohl an den öffentlichen Musikschulen und auch dem Verband selbst längst klar sein muss:. Die Kollegen verdienen ihr Geld bei privaten Musikschulen, im Privatunterricht, an VDM-Schulen und auch noch bei Franchisern. Das die Deputate häufig auf unter 15 Stunden begrenzt sind, bleibt den KollegInnen auch gar nichts anderes übrig!

987110

09.02.2010, 21:53 Uhr von daniela2 Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Hallo ulradlof, glaubst du wirklich, daß sich Musiker und Lehrer an den Musikschulen für die Rente interessieren? oder für Mutterschutz? Als ich schwanger war mit meinem ersten Kind, hat mich die KSK angeschrieben, daß sie mich nicht mehr führen können. die von der Musikschule haben mir gesagt, ich soll zum Sozialamt gehen, wenn ich was will. ich habe geheult und meine Kollegin hat gleich die Stunden genommen. ich glaube nicht an eine Änderung. Ist aber gut gemeint, Dani

987977

10.02.2010, 11:11 Uhr von TobiAurich Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Ist an den Musikschulen auch Bedarf an Unterricht im Kunstpupsen?

Bussi - Tobias aus Aurich

988147

10.02.2010, 19:48 Uhr von TobiasAurich Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Jannick, Du tust Dir und dem Forum keinen Gefallen, wenn Du hier weiter unter meinem Namen rummüllst. Dein Plastikroller ist schon so gut wie zerstört, und eine Abreibung im Schnee erwartet Dich. Paß also gut auf, wenn Du das Haus verläßt... Wir erwarten Dich wo Du nicht mit uns rechnen wirst. Dann ist die Überraschung und der Spaß viel größer...

Also Jannick - Klappe halten !

Tobias aus Aurich - DER ECHTE

988343

11.02.2010, 23:36 Uhr von Katzenton Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Haha, Jannick..
Mit seinem Kunstpupsen würde der echt Niveau in den ostfriesischen Kindergarten bringen.

988781

12.02.2010, 11:44 Uhr von geigenbau Registrierter Nutzer (Profil ansehen)
Leute, diese Art der Beiträge lassen die Anzahl der Forumsbeteiligten wohl arg sinken.....

988891